| Regie | Robert Luketic |
| Kinostart | 10.04.2008 |
Ben Campbell ist Mathematikstudent am renommierten MIT und ein wahres Genie auf seinem Gebiet. Eines Tages erhält er ein verlockendes Angebot: Einer seiner Lehrer, der Mathematik-Professor Mickey Rosa, will ihn für sein "Blackjack Team" anheuern. In diesem Team bildet Rosa sechs hochbegabte MIT-Studenten als Spezialisten im Kartenzählen aus. Nicht ohne Hintergedanken, denn er hat etwas entwickelt, von dem viele nicht einmal zu träumen wagten: die perfekte Formel, um jedes Casino zu schlagen. In Las Vegas gelingt es dem cleveren Experten-Team, die Casinos mit einem ausgeklügelten System um Millionen zu erleichtern. Doch die Casino-Security ist ihnen bereits dicht auf den Fersen...
Tina Heldt ist enttäuscht: "Der Dialog beschränkt sich in 21 daher auch auf das für zwölfjährige Jungen Notwendige. Obwohl die meisten Protagonisten in 21 brav genialische Mathematikstudenten sind, haben sie die Lebensideale des durchschnittlichen adoleszenten Hohlkopfs: ohne allzuviel Aufwand Millionen verdienen, die Millionen für das High Life aus Party, Prostitution und Markenartikeln wieder ausgeben, mit dem "schönsten Mädchen des Jahrgangs" schlafen usw. Ansonsten haben sie nicht sehr viel zu sagen und zu tun. Geld bedeutet Freiheit; wer würde das schon bezweifeln."
Mit dem Ernst des Lebens hat der australische Regisseur Robert Luketic nicht viel am Hut, ihn interessiert klar der Spaßfaktor des Kinos, meint Anke Sterneborg. "Den spannenden Thriller, von dem Ben Mezrich in seinem Bestsellersachbuch 21 erzählte, vernachlässigt er zugunsten eines ausgelassenen Vergnügungstrips an die Ursprünge des Kinos in Jahrmarkt und Budenzauber. Mit rasanten Kameratricks, explosiven Computereffekten und Großaufnahmen von Chips und Karten beschleunigt er die monotonen Abläufe von Geben und Nehmen am Spieltisch im Rhythmus fideler Popsongs."
Der Film folgt einer pädagogischen Dramaturgie von Aufstieg und Absturz, stellt Anke Westphal fest. "Wer alles gewinnt, wird alles verlieren, dafür aber die Seele retten und den Wert guter alter Freundschaften erkennen. Vorher darf aber kräftig bei Gucci und Co. geshoppt werden! Das alles ist neoliberal verklemmt, ohne Witz und Esprit, aber genau so gefiel es dem jungen US-Kinopublikum. ... Abgesehen vom Handlungsort hat 21 aber doch noch einen Pluspunkt: den Hauptdarsteller Jim Sturgess."
Freunden des Spielergenres erzählt Luketics Film nichts Neues, doch er bringt laut Katja Reimann "neuen Schwung in die Geschichte vom schnellen Geldgewinn. 21 macht Spaß: trotz – oder gerade wegen – seiner Anleihen bei früheren Spielerfilmen, wegen des perfekt harmonierenden Ensembles, wegen des super Soundtracks, und nicht zuletzt wegen der immer wieder verführerischen Gaukelei, dass es irgendwie doch ganz einfach sein könnte, im Casino ein paar Millionen abzustauben."
Ser Plot hält nur wenig Überraschungen bereit, sondern schnurrt sich ohne Brüche einfach ab, kritisiert Sören Kittel. "Abgesehen von inhaltlichen Schwächen, ist der Film aber gutes, routiniertes Popcorn-Kino, das vor allem von seinen grandiosen Darstellern lebt. Jim Sturgess als Ben mit meist ungekämmter Verlierer-Frisur und Gewinner-Lächeln sang sich schon ähnlich sympathisch und hoch gelobt in ACROSS THE UNIVERSE durch das Beatles-Repertoire. Seine Filmpartnerin Kate Bosworth, die zuletzt Supermans Freundin Lois Lane spielt, tritt selbstbewusster auf und verleiht dem Film den nötigen Glamour. Doch der eigentliche Star, sozusagen der "Joker" im Spiel, bleibt einmal mehr Kevin Spacey."
Rüdiger Sturm spricht mit Oscar-Preisträger Kevin Spacey: Er erzählt, warum das Theater spannend und der Oscar eine Trophäe für nur eine Nacht ist.
Für einen Gute-Laune-Film wird hier recht viel über Geldsorgen geredet, stellt Maurice Lahde fest. "Man sollte diesem harmlosen Film natürlich nicht zu viel Ambition andichten. Doch immerhin gibt diese Lesart den zahlreichen Nebenhandlungen (es gibt sogar noch ein paar mehr), die den Hauptplot um den Casino-Beutezug erheblich ausbremsen, eine Funktion, ebenso der ziemlich langatmigen Exposition um Jacks Stipendium. So wird aus 21 ein zwar allzu unbekümmerter, aber dafür auch recht pathosfreier Film über die Frage, wie man trotz schlechter Startbedingungen seine Bewerbungsmappe ausschmückt. Die zu erwartende moralische Kehrtwendung, wonach am Ende angeblich doch der Ehrliche siegt, wird nur vorübergehend angetäuscht."