| Regie | Florian Mischa Böder |
| Kinostart | 08.05.2008 |
Für Konstantin beginnt mit dem Auszug aus dem Elternhaus ein neues Leben! Und genau in dieses neue Leben, mit all seinen Freiheiten und Verlockungen, will ihn sein älterer Bruder August einführen. Der nächtliche Einbruch in ein Hallenbad ist dabei noch das harmloseste, was die beiden anstellen. Nach der Realisierung ihres neusten Plans, der zu einem Verkehrschaos in Bochum führt, werden die Brüder von der Polizei gesucht und stürzen sich Hals über Kopf in eine Flucht ohne Ziel. Doch anstatt sich in den kommenden Tagen mit ihrer ausweglosen Situation auseinanderzusetzen, sucht August die Ablenkung zwischen Partys, Frauen und Alkohol. Gemeinsam mit ihren "neuen Freunden" planen sie weitere subversive Aktionen. Doch bei Konstantin ist die anfängliche Euphorie schon längst geschwunden. Die Stimmung zwischen den Brüdern spitzt sich zu.
An einer Reflexion über mangelndes politisches Bewusstsein ist der Regisseur laut Michael Kienzl nicht interessiert. "Vielmehr bilden die Aktionen den Rahmen einer Geschichte, die eigentlich nicht genau weiß, wo sie hin will. Bis der Film endlich bei seinem Thema angekommen ist, der Beziehung zweier sich zunehmend entfremdender Brüder, vergeht viel Zeit. ... Der Konflikt zwischen den beiden Protagonisten wird immer wieder durch kleine Meinungsverschiedenheiten angeschnitten, wirklich vertieft oder weiter entwickelt wird er aber nicht. Stattdessen konzentriert sich der Film auf das unbeschwerte Party-Leben der beiden."
Oliver Zimmermann sah ein "ironisches und streckenweise hintergründiges Porträt der heutigen Jugend, wenngleich dem Film am Ende ein wenig die Luft ausgeht. Gleichwohl konnte Böders Debüt aufgrund seiner frischen Geschichte und seiner noch erfrischenderen Darsteller, unter denen die 28-jährige Grimme-Preisträgerin Susanne Bormann (POLLY BLUE EYES) schon als Veteranin gelten muss, bereits auf diversen deutschen Festivals überzeugen."
Joachim Kurz vergleicht den Film mit DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI. "Hier wie dort geht es um jugendliches Aufbegehren, um Aktionen gegen den glatt gebügelten Mainstream-Alltag, um das Ausbrechen aus einer reglementierten Welt, die als bedrückend empfunden wird. Doch im Gegensatz zu den zwar naiven, aber politisch durchaus bewussten Jan und Peter aus Hans Weingartners Film sind Konstantin und August ausschließlich blauäugig. ... Über zwei Drittel des Films funktioniert Florian Mischa Böders Geschichte auch ganz wunderbar, wobei vor allem das Brüdergespann prächtig harmoniert. Überhaupt ist Nichts geht mehr eine Art Leistungsschau junger aufstrebender Darsteller."