I AM LEGEND

film-zeit Film: I AM LEGEND
Regie Francis Lawrence
Kinostart 10.01.2008

Inhalt • I AM LEGEND

Grausam und unerbittlich breitet sich eine Epidemie über den gesamten Erdball aus. Auch der hervorragende Wissenschaftler Robert Neville kann den von Menschenhand entwickelten Virus nicht in den Griff bekommen. Aus unbekannten Gründen ist Neville immun. Als einziger Mensch hat er in den Ruinen von New York City überlebt. Vielleicht ist er sogar der letzte Mensch auf der ganzen Welt. Seit drei Jahren funkt er unbeirrt Botschaften durch den Äther. In seiner Verzweiflung sucht er so den Kontakt zu möglichen anderen Überlebenden. Doch ganz allein ist er nicht: Lichtscheue Mutanten, die Infizierten, beobachten Neville auf Schritt und Tritt.

Kritiken • I AM LEGEND

10. Januar 2008 | Kritik • Berliner Zeitung

Peter Uehling entdeckt in dem Film eine Tendenz zur Verweichlichung. "Sie macht den Film auf die Dauer nicht nur zu einer etwas müden Angelegenheit, sie beschneidet auch die Mehrdeutigkeit der Buchvorlage. Da sich Will Smith als Darsteller charakterlicher Komplexität nicht empfiehlt, fällt der existenzialistische Aspekt des einen Menschen, der sich als anders als die anderen empfindet, aus der filmischen Aussage fort. ... Es fällt schwer, den Film auf diese Weise nicht in ein politisch explizites Licht gesetzt zu sehen, ihn nicht auf Amerikas Feldzug gegen den Terror zu beziehen. Die Botschaft ist allerdings von geradezu verzweifelter Naivität: Ach gäbe es doch in der Apotheke ein Mittelchen gegen die bösen Moslems!"

10. Januar 2008 | Kritik • Die Tageszeitung

Barbara Schweizerhof ist enttäuscht: "Leider folgt auf die Eröffnungssequenz im besten Discovery-Channel-Format dann nur das, was man gefühlte 100-mal bereits gesehen hat: Der Kampf mit den minderbegabten, aber ungeheuer wütenden Zombies, die dem Helden immer näher auf die Pelle rücken. Für die nächste Version wünscht man sich dafür eine modernere Variante."

10. Januar 2008 | Kritik • Berliner Morgenpost

Wieder hat sich für Peter Zander das Hollywood-Actionfilm wieder nicht wirklich getraut und der literarischen Vorlage ein anderes Ende gegeben. "Dass dem nihilistischen Spannungskino am Ende aber eine christliche Heilsbotschaft aufgedrückt wird, sehr aufdringlich mit pendelndem Kreuz und läutender Kirchenglocke, nimmt dem Ganzen doch einiges von seiner Wirkung. Aber die Bilder des leeren New York werden wir so schnell nicht vergessen."

10. Januar 2008 | Kritik • critic.de

Thorsten Funke entdeckt, das die Figur des Robert Neville völlig umgedeutet wird: "vom Spiegelbild der Vampire zum Erlöser. Aus Sicht der Mutanten war Neville nämlich stets das Monster, weil er bei Tag loszog, um sie zu töten. I AM LEGEND damit war ursprünglich die Legende gemeint, zu der Neville für die Vampire geworden war – so wie die Vampire für die Menschen ein bedrohlicher Mythos sind. Die Legende in der Neuverfilmung wird am Schluss deutlich ausgesprochen, es ist die des Retters der Menschheit – die Sicht der Vampire kommt nicht mehr vor."

10. Januar 2008 | Kritik • kino-zeit.de

Katrin Knauth lobt den brillant agierenden Will Smith. "Mal abgesehen davon, dass es kein Film mit besonders viel Tiefgang ist, brilliert die Inszenierung mit einer actionreichen Bildsprache. Es ist ein Genrefilm, aber nicht zu überladen und voll gestopft mit Special Effects. Die gesamte Ausstattung ist beeindruckend, die leeren Straßen von New York und auch die Mutanten wirken sehr authentisch. Authentisch in der Science-Fiction-Sprache. I AM LEGEND ist definitiv Fanfutter für Leute, die Will Smith mögen, aber auch für Liebhaber von Sciene-Fiction-Filmen."

09. Januar 2008 | Kritik • Der Spiegel

Für Andreas Borcholte brillieren Will Smith und ein Schäferhund als letzte Überlebende der Zivilisation. An einem "Punkt kippt der bis dato wundersam meditative Film in einen eher konventionellen Blockbuster mit allen Explosionen, schnellen Schnitten und gehetzten Kamerafahrten, die nun einmal dazu gehören. Nicht nur viele Zwischentöne gehen dabei verschütt, auch ideologisch driftet
I AM LEGEND in eine Richtung, die den aufklärerischen Geist der Siebziger-Jahre-Dystopien ins Gegenteil verkehrt. Die Hybris des Menschen, sich mittels Wissenschaft zum Herren über Leben und Tod zu erheben, wird mit geradezu biblischer Ausrottung bestraft."

09. Januar 2008 | Kritik • Der Tagesspiegel

Sebastian Handke misst den Film an anderen Werken. "I AM LEGEND muss sich messen lassen an Alfonso Cuarons CHILDREN OF MEN (2006) und Juan Carlos Fresnadillos 28 WEEKS LATER (2007), zwei Filmen, die zum Besten gehören, was der postapokalyptische Film hervorgebracht hat. I AM LEGEND kann da nicht mithalten, den Produzenten fehlte der Mut, ihrem Film ein würdiges Ende zu geben. Stattdessen wurde wenige Wochen vor Filmstart der Schluss neu gedreht. Das Ergebnis ist ein unpassendes, grobmechanisches Finale, das mit pseudoreligiöser Rhetorik für falsche Hoffnung sorgt."

09. Januar 2008 | Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte staunt über die Bilder. "Bei allen Schauwerten wirkt "I AM LEGEND seltsam zusammenhanglos. Die Actionszenen nutzen das Atmosphärische kaum und leben allein von ein paar Schockeffekten, wie man sie in jedem Kontext unterbringen könnte. Zugleich haben wir Zuschauer mehr Zeit, als uns lieb ist, für logische Probleme wie: Woher kommen wohl die frischen Frühstückseier?"

09. Januar 2008 | Kritik • Frankfurter Allgemeine Zeitung

Verena Lueken fehlt die "flirrende Nervosität und Bedrohlichkeit, die OEMGA MAN und viele andere Filme jener Jahre so beklemmend machte. Dafür sehen wir Will Smith, wie er im Temple of Dendur, einem der schönsten Orte im Metropolitan Museum, neben seinem Hund sitzt und angelt. Draußen ist es völlig still. Was gibt es Besseres, als - solange die Sonne scheint - in Manhattan ganz allein zu sein?"

09. Januar 2008 | Kritik • Die Süddeutsche Zeitung

Es dauert lange, bis dieser Film schnell und zu einem Thriller wird, schreibt Thomas Steinfeld. "Fast eine ganze Stunde lang ist er es nicht. Und mehr noch - es läuft beinahe keine Musik. Der Held hält in der menschenleeren Stadt inne, durch die Madison Avenue zieht ein Rudel Rehe, und zwischen den abgestellten Autos am Times Square sprießen kleine Bäume. Das Trampeln der Hufe, die Jagdgeräusche eines Löwen, das leise Hecheln des Hundes sind die einzigen Geräusche, die man jetzt vernimmt - und das Zwitschern der Vögel, das von einer Freiheit und Unbeschwertheit kündet, die der Held nie sein Eigen wird nennen können, und das dennoch auf eine diffuse Weise höchst bedrohlich wirkt."

09. Januar 2008 | Kritik • telepolis.de

Für Rüdiger Suchsland wirkt der Film wie ein Computerspiel. Er ist "ein recht konventioneller, zunehmend ärgerlicher SF-Thriller, der Mathesons aufregendes Szenario in ein allzu cleanes, allzu zeitgemäßes Stück reaktionärer Ideologie verwandelt. ... Während Mathesen und seine ersten beiden Verfilmungen im weitesten Sinn Produkte der Gegenkultur waren, ist I AM LEGEND Mainstream pur, eine Verherrlichung der Medien- und Konsumgesellschaft, in der sich jede Katastrophe überwinden lässt, solange man noch den i-pod aufladen kann und in der Nähe ein DVD-Shop liegt."

08. Januar 2008 | Kritik • Der Tagesspiegel

Bei der Premiere war Will Smith für Sebastian Leber Alleinunterhalter.

07. Januar 2008 | Kritik • Die Welt

Harald Peters spricht mit US-Schauspieler Will Smith darüber, wie er sich darauf vorbereitet hat, den einsamsten Menschen auf Erden zu spielen und über die Kraft von Ideen.

03. Januar 2008 | Kritik • film-dienst 01/2008

Gemessen an den Konventionen aktueller Blockbuster, betreiben die Filmemacher geradezu eine Charakterstudie, meint Holger Römers. "Dass Smith genau die richtige Mischung aus Optimismus und unterschwelliger Verzweiflung verkörpert, wird spätestens klar, wenn man sich zum Kontrast ausmalt, wie wohl der ursprünglich, in den 1990er Jahren, dafür vorgesehene Arnold Schwarzenegger die Rolle ausgefüllt hätte. Dabei bleibt auch die gelegentliche Melodramatik, mit der Darsteller und Regisseur den Wahnsinn aufscheinen lassen, ... vergleichsweise dezent bemessen, sodass die dramatischste Szene denn auch schlicht aus einer langen, stummen Großaufnahme von Smiths Gesicht besteht."

08. Januar 2007 | Kritik • Berliner Zeitung

Andreas Kurtz berichtet von der Premiere des Films in Berlin.

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