| Regie | Rob Reiner |
| Kinostart | 24.01.2008 |
Zwischen dem Großunternehmer und Milliardär Edward Cole und dem Mechaniker Carter Chambers liegen Welten. Zufällig teilen sie dasselbe Zimmer im Krankenhaus und entdecken, dass sie zwei Dinge gemeinsam haben. Sie wünschen sich beide, ihre restliche Zeit so zu verbringen, wie sie es schon immer wollten, bevor sie "den Löffel abgeben", und beide wollen endlich herausfinden, wer sie eigentlich wirklich sind, um Frieden mit sich selbst schließen zu können. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, ihre Lebensfreude wiederzuentdecken...
Michael Kienzl wollte "meinen, dass wenigstens die Schauspieler noch für einige Glanzmomente sorgen. Doch besonders Jack Nicholson scheint mittlerweile das gleiche Schicksal ereilt zu haben wie seinen Kollegen Robert DeNiro: Auch wenn er immer mal wieder in anderen Rollen zu sehen ist, legt man ihn gerne auf dieselbe Figur fest. Die Darstellung des arroganten Widerlings, der einen gewissen Charme besitzt, hat man fast identisch schon einmal in Filmen wie BESSER GEHT' NICHT oder WAS DAS HERZ BEGEHRT gesehen. Hier zeigt er nur noch sein Repertoire an zum Markenzeichen gewordener Mimik und Gestik, hat aber darüber hinaus nicht viel mehr zu bieten."
Julian Hanich hält dem Regisseur Rob Reiner seinen Willen zum Vorhersagbaren, Konservativen und Sentimentalen. Hier "bewegt sich alles auf bewährten Gleisen und mündet am Schluss in Rührseligkeit. Familienwerte werden hochgehalten. Der Glaube an das Gute kehrt zurück. Und auch wenn es am Ende nicht weiterhilft: Dem Tod wird, so lange es geht, gut kapitalistisch mit Konsum getrotzt. Selbst mit der Besetzung geht der Film auf Nummer Sicher. Wäre es nicht viel frecher gewesen, die Rollen andersherum zu verteilen? Morgan Freeman als lüsterner grumpy old man – das wäre doch was. Der mittlerweile 60-jährige Regisseur, der in HARRY UND SALLY einst den aufregendsten Orgasmus jenseits des Porno-Genres inszeniert hat, ist brav geworden."
Daniel Kothenschulte empfiehlt, mit der Darstellung der Krebserkrankung großzügig umzugehen. "Wer also - ganz anders als die Nicholson-Figur - das Gen zu solchem Großmut in sich trägt, kann sich durchaus amüsieren. Über die Lässigkeit zweier Schauspielerveteranen, die zum x-ten Mal Klischees verkörpern, die sie einmal selbst hervorbrachten: Nicholson den Zyniker mit verstecktem weichen Kern, den zu finden allerdings nicht anspruchsvoller ist als Ostereiersuchen mit Vierjährigen; und Freeman den bescheidenen Menschenfreund an der Grenze zur Selbstverleugnung, unter dessen Oberfläche nicht einmal der sanfteste Schweinehund schlummert.2
Dass es Reiner gelingt, die Balance zwischen Komik und Melodramatik zu halten, verdankt sich in erster Linie dem differenzierten Spiel seiner beiden Hauptdarsteller, meint Susanne Ostwald. "Manchmal ist der Film recht rührselig und auch kitschig. Reiner versteht sich andererseits bestens auf Ironie, und mit dieser bricht er nicht nur manche Szene, die ins Sentimentale abzugleiten droht, sondern auch den Schluss des Films. Die pathetische Moral, Lebensfreude erfahre nur, wer sie auch anderen zu schenken vermag, wird durch Humor auf ein annehmbares Mass reduziert. So gesehen ist das Publikum bereit, sich den grossen Fragen des Lebens zu stellen."
Hanns-Georg Rodek sah zwei gealterte Stars in Hochform, aber die Story ist dünn. "Natürlich darf die Verlockung des Geldes nicht obsiegen, und so muss der Nicholson-Charakter moralisch reformiert werden. Morgan Freeman besorgt das mit seiner bewährten Weisheit, seiner Kilo schweren Gravitas und seinem überzeugenden Bariton. Oder, wie es eine Erzählerstimme mit knöcheltiefem Schmalz ausdrückt, "er starb mit geschlossenen Augen, aber einem offenen Herz". Wenn es je ein Feel-Good-Movie übers Sterben gab, dann verdient DAS BESTE KOMMT ZUM SCHLUSS dieses Prädikat. Vergießen wir ein paar Krokodilstränen über eine völlig verschwendete Paarung zweier großer Stars."
Für Knut Elstermann wird in dem Film das Krankenzimmer zur Bühne, auf der zwei grundverschiedene Lebensauffassungen miteinander konfrontiert werden. "Vermutlich hätte Reiner auch aus diesem gerontologischen Roadmovie etwas machen können, wenn das Drehbuch das eigentlich Erzählenswerte nicht so konsequent verdrängen würde: Wie nämlich der Lustgewinn der beiden Alten dem Leiden, der tödlichen Krankheit abgerungen ist, die sich hier erst gegen Ende zurückmeldet - ganz so als sei die Krankengeschichte unterwegs vergessen worden. Eine kluge Komödie indes verträgt den Tribut an die Realität nicht nur - sie fordert ihn geradezu, wenn sie mehr sein will als das ausgedehnte Urlaubsvideo zweier Stars."
Mit Hanns-Georg Rodek spricht Jack Nicholson über Rauchergesetze, das Altern und seinen neuen Film.
Joachim Kurz sah perfekt gemachtes Hollywood-Kino mit einwandfreier Moral und – zumindest im Original – teilweise treffenden und witzigen Dialogen. "All dies kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Rob Reiners Tragikomödie sattsam bekannte Muster routiniert abspult und selbst Leinwand-Titanen wie Jack Nicholson und Morgan Freeman auf Stereotypen reduziert, die hier nicht wirklich gefordert werden. Angesichts des durchaus ernsten Themas, das beispielsweise vor einigen Jahren Isabel Coixet mit MEIN LEBEN OHNE MICH auf sehenswerte und ganz und gar unkitschige Weise aufgriff, ist Reiners Film akzeptabel, mehr aber auch nicht."