| Regie | Antoine de Caunes |
| Kinostart | 03.01.2008 |
Ihre Fans feierten sie als das glamouröseste Liebespaar der 70er Jahre - und trauerten um so mehr, als es überraschend zur Trennung kam. 30 Jahre später begegnen sich Louis und Alice erstmals wieder, und die kleinen Rachegelüste und ironischen Seitenhiebe seiner lang Verflossenen werden zu einer schmerzlichen Erfahrung für den alternden Casanova. Alice hatte Louis ständige Seitensprünge nicht mehr ertragen und sich mit adligem Gatten und inzwischen erwachsenem Sohn ein gemütliches Nest geschaffen. Doch so kratzbürstig Alice und Louis sich auch geben, ihre alte Liebe scheint wenig Rost angesetzt zu haben in all den Jahren. Etwas unbeholfen, doch völlig unverkrampft, wagt das verrückte Paar nochmal ein romantisches und amouröses Abenteuer, das ihre Welt ein wenig aus den Angeln hebt ...
Es ist eine kleine Artenkunde, der der Regisseur laut Fritz Göttler im Sinn hat, "aber seine Stars spielen nicht so recht mit, der urwüchsige Franzose mit seinen grauen Zotteln und verkrumpelten Hosen - die Natur! - und die superelegante Engländerin mit ihrer getönten Brille und dem exquisiten Teegeschmack - die Kultur! Als Zuschauer ist man - as you like it - hin- und hergerissen."
Daniela Sannwald hat hier entdeckt, dass die Komödie nicht das Fach von Charlotte Rampling ist. "Da der Regisseur zu ahnen scheint, dass allein mit Geschlechterkampf keine Komödie mehr zu bestreiten ist, umgibt er die Protagonisten mit mehr oder weniger exzentrischen Charakteren, allesamt Inkarnationen angestaubter französischer Vorurteile gegenüber Engländern. Die Schauplätze sind entsprechend gediegen bis muffig."
Leichtfüßig nennt Dietmar Kammerer die Komödie. "Der eigentliche Coup des Films liegt jedoch in der Besetzung. Während das Drehbuch mitunter allzu vorhersehbar den Konventionen des Genres verpflichtet ist, hat Regisseur Antoine de Caunes seinen beiden Hauptdarstellern allen Freiraum zur Improvisation gelassen: Charlotte Rampling spielt wunderbar gegen ihr aristokratisches Image und beweist, dass sie nicht nur die unterkühlte Ikone darstellen kann, sondern auch alle Register des Komödiantischen beherrscht."
Thomas Volkmann fasst das Verhältnis der beiden Protagonisten wie folgt zusammen: Was sich liebt, das neckt sich. "Durch die Inszenierungsform einer Screwball-Comedy klammert sich Regisseur Antoine de Caunes dem Spielort gemäß an britischen Humor und genießt es, Ruinard immer wieder wie einen Trottel hinzustellen, während Rampling jene ist, die sich mit Sarkasmus und Gefühlshärte abzugrenzen versucht. Er aber gibt nicht auf und erträgt die Demütigungen, steht ihr aber hinsichtlich von Bissigkeit in nichts nach."
Für Marcus Wessel würde der Film ohne die beiden Hauptdarsteller nur leidlich funktionieren. "Im Zusammenspiel mit ihrem Filmpartner zeigt sich, wie viel Spaß es [Charlotte Rampling] bereitet haben muss, die kühle, distanzierte Diva einmal mit einem unverkennbaren Augenzwinkern zu verkörpern. Zudem besaß sie den Mut, sich für eine verspielt inszenierte Liebesszene erstaunlich freizügig vor der Kamera zu präsentieren. Neben der Unbeschwertheit einer typischen Screwball-Komödie liefert das mit feiner Ironie durchsetzte englisch-französische Tête-à-tête auf diesem Wege noch ein Plädoyer für ungehemmte Lebenslust jenseits aller Altersklassen."