TALK TO ME

film-zeit Film: TALK TO ME
Regie Kasi Lemmons
Kinostart 07.02.2008

Inhalt • TALK TO ME

Petey Greene ist zu allem entschlossen, als er aus dem Gefängnis entlassen wird. Er träumt davon, Radio-DJ zu werden. Die Zeit ist reif für einen DJ wie Petey, denn unter der Oberfläche Washingtons brodelt es Mitte der 60er Jahre: heißer Soul, die Bürgerrechtsbewegung und der Wunsch einer ganzen Generation nach Veränderung lässt das amerikanische Establishment erzittern. Fortan redet Petey aus seinem kleinen Studio zu den Menschen über Rassismus und Bürgerrechte, über Drogen und Politik, über Gerechtigkeit und Sex. Seine Unverfrorenheit, die Dinge beim Namen zu nennen, und sein beißender Humor lassen die Quoten schon bald nach oben schnellen...

Kritiken • TALK TO ME

07. Februar 2008 | Kritik • Berliner Zeitung

Laut Bert Rebhandl verfolgt TALK TO ME "einer Dramaturgie von Aufstieg und Fall, die parallel verläuft zu den Enttäuschungen nach der Aufbruchsbewegung von 1968. Petey Greene ist in seiner Zerrissenheit eine gute Symbolfigur für die vielen Ideen, die in diesen Jahren durcheinander liefen - mit seinen starken Sprüchen wurde er zur Stimme einer Generation. Nun erinnert sich die nächste Generation an diesen vergessenen Helden, dessen Pech es auch war, dass er in einem Medium arbeitete, das stärker dem Augenblick verpflichtet ist. Mit TALK TO ME macht das Kino hier etwas gut."

07. Februar 2008 | Kritik • Die Tageszeitung

Das sieht immer gut aus, lobt Tobias Rapp. "TALK TO ME ist auch ein Ausstattungsfilm; das hört sich gut an, viel besser als im schwarzen Pop der späten Sechziger und frühen Siebziger kriegt man es ja selten. Vor allem aber ist der Film eine Feier der großen afroamerikanischen Kunst des jive-talking, des mehrdeutigen Unfugquatschens. TALK TO ME ist der Satz, mit dem Greene im Radio signalisiert, dass man ihn anrufen kann. Es geht um Call and Response, in der Kirche wie auf der Straße und eben auch im Radio. TALK TO ME zeigt auch die dialogische Struktur des afroamerikanischen Pop, etwas, das auch den Hiphop deutlich geprägt hat."

07. Februar 2008 | Kritik • Der Tagesspiegel

Ein bewegendes Porträt, vor allem dank Hauptdarsteller Don Cheadle, sah Kai Müller. "Tief taucht Kasi Lemmons Film ins Zeitkolorit der sechziger Jahre, ohne zu sehr aufs Blaxploitation-Kino und seine Ghettostigmatisierung zu schielen. Die Musik von Terence Blanchard verknüpft Songs, die den Stolz der schwarzen Mittelschicht versprühen. Der allerdings ruft bei einem wie Greene nur ein verschlagenes Lächeln hervor. Don Cheadle spielt ihn als dünnhäutigen, naiven Wüstling, dessen große Klappe in entscheidenden Momenten versagt."

07. Februar 2008 | Kritik • Neues Deutschland

Für Martin Hatzius ist TALK TO ME "die mitreißend inszenierte Geschichte eines Aufstiegs vom Gefängnisinsassen zur Kultfigur. Es ist auch ein Film über Liebe und Hass zwischen zwei Männern, die schwer miteinander, aber noch schwerer ohne einander auskommen. Nicht zuletzt ist es ein Lehrstück über die Möglichkeit, in einer feindlich gesinnten Gesellschaft Fuß zu fassen, ohne sich dabei selbst zu verlieren. ... Obwohl Kasi Lemmons' Film einem Hang zum Sentimentalen nicht widerstehen kann, sind es solche Momente individueller Tragik, die ihn zum Ereignis machen. Dazu die Überzeugungskraft, mit der besonders die Hauptdarsteller Don Cheadle (Petey Greene) und Chiwetel Ejiofor (Dewey Hughes) in die Haut ihrer Figuren fahren."

07. Februar 2008 | Kritik • Berliner Morgenpost

Michael Pilz entdeckt die Obama-Frage im Film: Was ist schwarz? "Selbst der überzeugende Don Cheadle sagt: "Wenn Petey Greene heute hier sein würde, hätte er Material für Jahre und Jahre. Die Bedingungen wäre derzeit ideal für ihn." So fordert ein für Amerikaner gut gemeinter Film aus hiesiger Sicht nicht unbedingt zum Pflichtbesuch heraus. Ein Film, der viel versprechend damit anfängt, dass ein Schwarzer Washington zur "P-Town" ausruft, einer Stadt der "Politics & Pimps" (Politiker und Zuhälter). Ein Film, der damit endet, dass derselbe Mann in einer Fernsehshow lallt: "Ich habe euch nichts zu sagen.""

06. Februar 2008 | Kritik • Der Spiegel

TALK TO ME lässt das politische Mediengenie Petey Greene noch einmal zu Wort kommen - in einer spannenden Lebensverfilmung, schreibt Christian Buß. "Gelegentlich weidet sich Regisseurin Kasi Lemmons zu sehr an den Sprüchen ihres Helden, der Film verkommt dann zur Zotensammlung. Zudem sorgen platte Black-Power-Folklore, Pimp-Kostüme und Afro-Haarschnitte dafür, dass sich der Zuschauer zuweilen fühlt, als wandle er durch ein Blaxploitation-Museum. Und genau das verstellt manchmal den Blick auf den Grundkonflikt, der hier eben nicht ohne eine gewisse Tiefe durchgespielt wird: Wie erlangt man als Schwarzer in Amerika Anerkennung?"

10. Januar 2008 | Kritik • critic.de

Welf Lindner lobt besonders die zwei Hauptdarsteller. "Mit der Besetzung von Don Cheadle als Paradiesvogel Greene und Chiwetel Ejiofor als Biedermann Hughes zückt Lemmons ein As aus dem Ärmel, das ihren nicht immer geglückten Film vor dem Untergang bewahrt. Ihnen zuzuschauen, wie sie sich in der Manier eines odd couple bekämpfen und einander schätzen lernen, macht den eigentlichen Reiz von TALK TO ME aus. Und ein schöner, wenn auch nicht überraschender Soundtrack mit Soulhits der damaligen Zeit übertüncht zudem so manche Schwäche des Films."

06. Dezember 2007 | Kritik • programmkino.de

Für David Siems ist der Film "nicht ganz so ausufernd wie Taylor Hackfords RAY oder Bill Condons DREAMGIRLS, dennoch treten in der Story mitunter Längen auf, die auch durch das rhetorische Feuerwerk von Don Cheadle nicht wettgemacht werden können. Insgesamt aber ein unterhaltsames Drama, das auf Rührseligkeit und Kitsch verzichtet und daher Freunden jüngerer, amerikanischer Kultur- und Musikgeschichte empfohlen sein will. Die freuen sich auch darüber, dass der Fundus an Persönlichkeiten, dessen Leben verfilmbar wäre, scheinbar noch lange nicht ausgeschöpft ist. "

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