| Regie | Kevin Lima |
| Kinostart | 20.12.2007 |
Die böse Königin Narissa verbannt Märchenprinzessin Giselle, ihre ungeliebte zukünftige Schwiegertochter, am Tag ihrer Hochzeit in "die Welt ohne Happy End". Die Prinzessin im Brautkleid trifft am Times Square auf einen typischen New Yorker Scheidungsanwalt und Single: Robert denkt, sie sei einem Kitschroman entsprungen. Als Märchenprinz Edward in unserer Welt auftaucht, um seine Angebetete in ihr Märchenreich Andalasia zurückzuholen, ist das Chaos perfekt ...
Lukas Foerster sa einen reinen Wohlfühlfilm. "Die Zeichentrickwelt definiert sich hier nicht – auch wenn Verwünscht auf der Handlungsebene immer wieder die naheliegenden Unterschiede beider Ebenen thematisiert – durch den Gegensatz zur realen Welt, sondern stattdessen durch ein rein nostalgisches Moment. Die Negativfolie, von der Andalasien sich abhebt, ist nicht New York, sondern sind die Welten des zeitgenössischen Computeranimationsfilms. Dessen zunehmend realistischeren Texturen sowie den teilweise durch motion capturing unterstützten anatomisch korrekten Bewegungsabläufen setzt VERWÜNSCHT die konsequent antirealistische, fantasmatische Flächigkeit des klassischen Trickfilms entgegen."
Mit dem Zauberfilm VERWÜNSCHT parodiert Disney sich endlich einmal selbst, lobt Martin Schwickert. "Mit großem Ideenreichtum, viel Liebe zum Detail, wenn auch mit wenig Biss, nimmt VERWÜNSCHT die kitschigen Disney-Klischees auf den Arm und lässt sie mit der modernen Großstadtrealität zusammenprallen. Nicht nur für die vorweihnachtlich korrumpierte Zuschauerseele ist diese Kollision amüsant. Neben dem camp-verdächtigen Auftritt von Susan Sarandon ragt vor allem Amy Adams in der Rolle der Märchenprinzessin heraus."
Der Schauspieler Patrick Dempsey unterhält sich mit Mariam Schaghaghi über Erfolg, Kinder und seine Leseschwäche.
Bis zum märchengerechten Ende geht es zwischen den beiden Welten flott hin und her, lobt Katja Lüthge. "Dabei wäre es gelogen, zu behaupten, dass Regisseur Kevin Lima mit genreuntypischen Extremen schocken würde. Vielmehr zitiert und persifliert er sich auf liebevolle Weise durch das Disney-Universum. Ob SCHNEEWITTCHEN, ARIELLE und leider am Ende ein bisschen zu ausgiebig DIE SCHÖNE UND DAS BIEST, kaum ein Klassiker wird ausgelassen. Schon wurde die wahrlich aufreizend liebliche Amy Adams mit Julie Andrews in und als MARY POPPINS (1964) verglichen. In jedem Fall überstrahlt Adams ihren Partner Patrick Dempsey."
Dieser Film könnte in Erinnerung bleiben als bestes Mary-Poppins-Musical seit MARY POPPINS, behauptet Daniel Kothenschulte. "Der Film verwandelt sich in einen Realfilm, wie so oft in den Mischfilmen des Studios - nur mit dem Unterschied, dass zum ersten Mal die Schauspielerszenen schöner anzusehen sind als die Trickszenen. Das Zusammenspiel mit den nunmehr digital animierten Tieren gelingt famos. Man freut sich, die Trickgesichter von Prinzessin und böser Königin einzutauschen gegen die viel hübschere Amy Adams und die viel charismatischere Susan Sarandon."
Ronald Bluhm ist begeistert: "Gewitzt verbeugt man sich vor zahlreichen Trickfilmklassikern, ohne im postmodernen Zitatensalat zu versinken. Gekonnt jongliert das Drehbuch zwischen süßlich und satirisch, verknüpft naiven Charme, ein bisschen Herzschmerz und drei wunderbare Musicaleinlagen zur schönsten Trick- und Realfilmmixtur seit MARY POPPINS. Über die komödiantische Glanzleistung von Amy Adams als das real existente Cartoon-Klischee lässt sich gerührt dann eigentlich nur noch eines verkünden, nämlich: "A Star is Born!" Bei Disney können Märchen einmal wahr werden."
Hier ist den Machern ein Kabinettstückchen gelungen, lobt Jens Hinrichsen. Bald ist der Kritiker aber ernüchtern und die Hoffnung geht zugrunde, "Regisseur Kevin Lima könnte in seiner Komödie einige alte Disney-Klischees etwas kräftiger als zuvor erlaubt durch den Kakao ziehen. Letztlich geht es aber gar nicht um die Frage, ob die Heldin an den Tücken des Erdenalltags scheitert oder wächst. Kraft ihres Charmes verzaubert und verzuckert sie vielmehr ihre neue Umwelt, bis die Wirklichkeit vor so viel Naivität kapituliert und zur Disneyworld mutiert."
Aus dem Kulturclash zwischen der, naiv, ordentlichen Märchen- und der zynisch, chaotischer Metropolenwelt schlägt der Film das meiste Kapital, schreibt Norbert Raffelsiefen. Es gibt "reichlich Gelegenheit sich über die seltsamen Besucher aus der Märchenwelt zu amüsieren. Denn peu a peu purzeln auch die übrigen Bewohner ins hektische Manhattan, bis am Ende sogar die böse Königin Gestalt annimmt und für Zinnober sorgt. Leider vergaloppiert sich der Film im Finale in unpassenden Actionszenen mit einem Computeranimierten Drachen. Weniger wäre hier mehr gewesen. Steht doch die zuvor demonstrierte Bescheidenheit und Ironie dem Disney-Film viel besser zu Gesicht."