MY BLUEBERRY NIGHTS

film-zeit Film: MY BLUEBERRY NIGHTS
Regie Wong Kar-Wai
Kinostart 24.01.2008

Inhalt • MY BLUEBERRY NIGHTS

Alles beginnt mit einem Blaubeerkuchen: der Genuss des ersten Stücks in einem kleinen verwunschenen Café auf Coney Island ist gleichzeitig der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Elizabeth hat ihre Liebe verloren und Jeremy, der Café-Besitzer, ist für mehrere Nächte ihr verständnisvoller Zuhörer. Eines Tages ist Elizabeth verschwunden, auf einen Abenteuertrip quer durch Amerika, einfach um zu vergessen …

Kritiken • MY BLUEBERRY NIGHTS

24. Januar 2008 | Kritik • Die Süddeutsche Zeitung

Der Film kommt ohne schwitzende Sexszenen aus und ist dennoch voller erotischer Spannung, meint Rainer Gansera. "Fans von Wong Kar-Wai mögen es bedauern, dass die Heldin hier über weite Strecken "nur" wie eine Beobachterin durchs Geschehen driftet. Um solche Reflexion, um Spiegelungen aller Art hat Wong Kar-Wai seine Bilder konzipiert: wenn sie sich sanft und vorsichtig in die Gesichter hinein tasten, wenn die suchenden Schwenks und Schärfeverlagerungen die Räume auflösen und neu konstruieren, wenn die Schriftzüge auf den Schaufensterscheiben wie rätselhafte Prophezeiungen und Bilder-Tätowierungen erscheinen, wenn das Blaubeerkuchenblau bis hin zum Schwarz und Rot durchdekliniert wird."

24. Januar 2008 | Kritik • Die Welt

Im wörtlichen und im übertragenen Sinne ist MY BLUEBERRY NIGHT für Peter Zander ein Schlüsselfilm. "Auch wenn dies der erste Film ist, den Wong in den USA gedreht hat, hat er doch alle Schlüssel-Reize seines bisherigen Oeuvres: kreischende Hochbahnen, neonbunte Lichtquellen, blaue, rote Schriftzüge über Fenster und Vitrinen, hinter denen sich die Protagonisten befinden. Wong-Kar-wai-County ist überall. Obwohl Wong auch erstmals nicht mehr seinen bewährten Kameramann Chris Doyle zur Seite hat, sondern diesmal Darius Khondij, scheint dieser den Doyle-Style bis ins I-Tüpfelchen zu imitieren. Es scheint, als stelle Wong seine unabdingbaren Ingredienzen wie die Schlüssel in seinem Glas aus."

24. Januar 2008 | Kritik • Berliner Zeitung

Christina Bylow ist es schwer gefallen, dem Film nach der Eingangssequenz noch eine Chance zu geben. "Man sollte es dennoch tun - nicht nur der opulenten Bilder wegen, die Wong Kar-Wai wie gewohnt dehnt und streckt, vor- und zurücklaufen lässt, staucht und aufbläst, bis ein Kuchenbelag eben aussieht wie eine Lichtprojektion an der Wand eines hippen Clubs. Wong lässt zum Glück noch einen ganzen Reigen von Darstellern auftreten, die weitaus berührender agieren, als das Jude Law und Norah Jones."

24. Januar 2008 | Kritik • Berliner Zeitung

Marcus Rothe unterhält sich mit Regisseur Wong Kar-wai über Stil, den Soulstar Norah Jones und BLUEBERRY NIGHTS.

24. Januar 2008 | Kritik • Die Tageszeitung

Eine Art Nahrungsmittelporno sah Anke Leweke. "Es hilft nichts. Auf seinem Trip durch die USA begegnet Wong Kar-Wai doch nur sich selbst und den eigenen Manierismen. Refrain von "My Blueberry Nights" ist ein heimlicher Kuss, den Jeremy der auf seiner Theke eingeschlafenen Elizabeth raubt. Immer wieder leuchtet die Szene auf ihrer Reise wie ein Erinnerungsfetzen auf. Am Ende überblendet Wong Kar-Wai den saugenden Kuss mit einem Blaubeerkuchen, auf dem langsam Vanilleeis schmilzt. ... Vielleicht sollte Wong Kar-Wai noch einmal und noch viel weiter weg fahren. Unbedingt ohne Gepäck."

24. Januar 2008 | Kritik • Der Tagesspiegel

Kerstin Decker entdeckt wieder einen typischen Wong Kar-wai. "Der Hongkong-Chinese Wong Kar-wai dreht nur im Ausnahmefall jenseits von Asien. In jedem Asiaten steckt vielleicht ein schweigsamer Schwertkämpfer. Aber lauter stille Amerikaner, undenkbar. Und egal wie viel sie sagen – am Ende sind Wong Kar-wais Bilder doch Aufnahmen einer Innenwelt, zusammengesetzt aus lauter Außenwelt. Zeitlos, melancholisch, weich, unscharf zerfließend an den Rändern. Wie Jeremys Blaubeerkuchen nachts um drei."

24. Januar 2008 | Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte sah Bilder, die es schon gibt. "Wong Kar Wai entdeckte schnell, dass es ihm nicht gelingen würde, neue Bilder des meistfotografierten Filmlands der Erde zu machen. So zeigte er ein Amerika, das man sich bereits sattgesehen haben könnte, und das seinen Reiz so wenig verlieren wird wie der sinnstiftende Blaubeerkuchen."

24. Januar 2008 | Kritik • Junge Welt

MY BLUEBERRY NIGHTS wirkt für Peer Schmitt "wie eine Stilübung aus der Werbebranche. Man denkt wirklich nur noch an Blaubeerkuchen. Vielleicht ist es gerade deshalb dann doch wieder Wong Kar-Wais ehrlichster Film. Keine Ablenkungen durch irgendwelche Gedanken, die reine Essenz. Nächtliches Blau und Blaubeerkuchen. Appetitlich."

24. Januar 2008 | Kritik • Neue Züricher Zeitung

Alexandra Stäheli ist etwas enttäuscht: "MY BLUEBERRY NIGHTS scheint auf den ersten Blick also sämtliche herzzerreissenden Momente eines echten Wong-Kar-Wai-Films zu enthalten; doch es gibt auch einige Elemente, die langjährige IN THE MOOD FOR LOVE-Süchtige enttäuschen könnten. Denn man merkt dem ersten Film, den Wong in den USA und mit westlichen Schauspielern gedreht hat – neben Jude Law und Norah Jones sind in Nebenrollen Rachel Weisz, Natalie Portman und David Strathairn zu sehen –, die Konzessionen an einen möglichen amerikanischen Markt an."

23. Januar 2008 | Kritik • Der Spiegel

Jenny Hoch fragt sich, wie so viel Kitsch bei Wong Kar-wai und seinem Film BLUEBERRY NIGHTS zusammen kam. "Anders als bei seinen früheren Werken überlässt er fast nichts der Phantasie der Betrachter, sondern erzählt die Geschichte einer Heilung, deren Happy End so klebrig wirkt wie zu lange stehen gebliebener Blaubeerkuchen. Wong Kar Wai bläst alle Emotionen auf XXL-Größe auf, was die gewollt sentimentale Stimmung oft genug in Richtung Lächerlichkeit kippen lässt. Dazu mischt sich eine Stimme aus dem Off, wohl um denen, die noch immer nicht verstanden haben, dass hier schmerzhafte Liebesdinge verhandelt werden, zu erklären, was los ist. Überhaupt wird viel geredet, was dem Film eine unangenehme Geschwätzigkeit verleiht."

22. Januar 2008 | Kritik • Die Welt

Regisseur Wong Kar-wai konnte Sängerin Norah Jones überreden, bei seinem ersten in Amerika gedrehten Film MY BLUEBERRY NIGHTSmitzuwirken. Peter Zander freut sich darüber und spricht mit ihr.

21. Januar 2008 | Kritik • telepolis.de

Rüdiger Suchsland ist etwas enttäuscht. "Kein schlechter Film, aber gemessen an dem, was man von Wong Kar-wai erwarten darf, doch eine gelinde Enttäuschung - wenn auch eine äußert angenehme. MY BLUEBERRY NIGHTS ist einfach ein bisschen konventioneller, als seine bisherigen Filme. Man muss da natürlich manches auf den Einfluss des Hollywood-Studio schieben, und leider lässt sich außerdem nicht übersehen, dass Wong zum allerersten Mal überhaupt nicht mit seinem bisherigen Stammkameramann Christopher Doyle gedreht hat."

16. Januar 2008 | Kritik • critic.de

Katharina Stumm ist enttäuscht: "Visuell beschränkt sich MY BLUEBERRY NIGHTS aber eben meist auf das Recyceln eines überlieferten Standardzeichenrepertoires amerikanischer Filme im Allgemeinen und Road Movies im Besonderen, gepaart mit einer hübschen, farbintensiven Bildsprache, die außer einer schwammigen Melancholie herzlich wenig kommuniziert. Das ist umso enttäuschender, waren Wongs Filme doch stets von einer innovativen und stark ausgeprägten Sensibilität für ihr räumliches Umfeld gekennzeichnet. Schmerzlich vermisst man eine persönliche Sicht, oder gar eine fruchtbare Form von Distanz in MY BLUEBERRY NIGHTS, die über die bloße faktische eines Außenseiters in Amerika hinausgeht und über die sich Wong das Gezeigte vielleicht zu Eigen hätte machen können."

29. Juni 2007 | Kritik • programmkino.de

Eine Variation von Motiven und Stimmungen des Werkes von Wong Kar-wai sah Sascha Rettig. "Erneut verschmelzen erlesene Musik (hier u.a. Ry Cooders Blues), lyrisch-reflexive Off-Gedanken und Neonlichtimpressionen in leicht überhitzten Farben ... Anders als IN THE MOOD FOR LOVE oder HAPPY TOGHETHER dringt MY BLUEBERRY NIGHTS oft vielleicht nicht weit genug unter die Oberfläche. Manchmal allerdings entstehen auch hier diese typischen Momente, in denen der Regisseur so betörend den Sehnsuchtsschmerz einfängt, wie es kaum einem anderen Regisseur gelingt."

20. Mai 2007 | Kritik • artechock.de

Der Regisseur erfindet sich gewissermaßen neu, und bleibt doch ganz der Alte, meint Rüdiger Suchsland. "Melancholie, Nacht, Neon, das kennen wir auch von ihm, und zugleich wie der Film daran erinnert, dass das Neon ursprünglich aus Amerika kam, wir überhaupt etwas erfahren über die US-Wurzeln des Hongkong-Kinos, eigentlich seine italoamerikanischen Wurzeln - hier liegt übrigens eine der vagen, wenigen Gemeinsamkeiten zwischen Wong und Zhang Yimou -, so belegt er auch umgekehrt, was wir schon immer wussten: die Gefühle des Hongkong-Kinos sind universal."

19. Mai 2007 | Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte ist angetan: "Wongs Ästhetik im Kontext eines amerikanischen Independentfilms, das ist ein wenig wie beim amerikanischen Wim Wenders: Immer dann, wenn der Rücktransfer amerikanische Mythen betrifft, kann es zu hörbaren Rückkopplungen kommen."

18. Mai 2007 | Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal hat lauter kleine Sensationen in dieser leicht manierierten Filmballade gesehen, besonders von den Nebendarstellern. "Wong Kar-wai liefert dazu Bilder, wie sie dem Zuschauer von ihm vertraut sind: immer wieder stolpernd und stockend, grob gepixelt, manchmal ganz eingefroren - poetische Variationen auf seelische Unsicherheiten. Dieser Regisseur schafft eine Nähe, die vollkommen unverbindlich ist. Und doch vermag er, wie kaum ein zweiter, uns einen Schauspieler zu zeigen, wie wir ihn noch nie gesehen haben, gewissermaßen im Zustand des Vorbewussten. Da ist es einem ganz gleich, wie ausgedacht und inszeniert das sein mag."

18. Mai 2007 | Kritik • Die Tageszeitung

Der Enthusiasmus, den die Filme Wong Kar-Wais auszulösen pflegen, wich bei Cristina Nord leider dem Überdruss. "Wong Kar-Wai variiert Motive und Sujets, die aus seinem Oeuvre vertraut sind: die vielen Formen scheiternder Liebe, den nostalgischen Blick auf eine Vergangenheit, die für immer versunken ist, die Lust am Glücksspiel, die Sucht. Nur dass es diesmal nicht zum melodramatischen Überschuss kommt, zum enigmatischen Zuviel, das 2046 produzierte, sondern zu einer Aneinanderreihung trivialer Geschichten."

18. Mai 2007 | Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala schwelgt über die Schönheit des Films, um dann zu schreiben: "MY BLUEBERRY NIGHTS ist ein um die genannte – und überdeutlich wiederkehrende – Kussszene gebautes wunderluftiges Nichts. Die Jazzsängerin Norah Jones in ihrer ersten Kinorolle berückt durch Natürlichkeit, aber einen Schmerz spielen, der sie in eine schließlich ein Jahr dauernde Flucht- und Selbsterfahrungsreise treibt, kann sie nicht. Schon das Drehbuch des Krimiautors Lawrence Block, dem sich der sonst auf Improvisation setzende Regisseur anvertraute, gibt über das, was der Seelensolarplexus des Filmes sein müsste, keinerlei Aufschluss – um sich in der Entwicklung anderer Charaktere merkwürdig geschwätzig zu geben."

17. Mai 2007 | Kritik • Die Welt

Für Hanns-Georg Rodek sieht Wong Kar-wais erster in den USA gedrehter Film "aus wie seine Hongkong-Filme - was daran liegt, dass ihn auch in China schon immer das interessiert hat, was aus Amerika kam: das Neon, die sich spiegelnden Lichter der Großstadt, die Einsamkeit unter Millionen. ... Er - und sein persisch-amerikanischer Kameramann Darius Khondji wissen damit aber nicht wirklich etwas anzufangen. Sie filmen die New Yorker Hochbahn als sei es Hongkong und arbeiten sich an den Bildern des Malers Edward Hopper ab. Sie verbrämen damit etwas, das sich am ehesten als "romantic love story" beschreiben lässt."

17. Mai 2007 | Kritik • Der Spiegel

Andreas Borcholte sah eine Szene, die gern angehalten hätte. "MY BLUEBERRY NIGHTS ist ein Film über Distanzen, sagt Wong Kar-wai über seinen schönen, sehr intimen und musikalischen Film, der mit opulenten Landschaftsaufnahmen und langen Einstellungen allerdings manchmal auch an Wim Wenders kontemplativere Werke erinnert. In Wahrheit aber ist dem Jury-Präsidenten von 2006 mit seinem Eröffnungsfilm der diesjährigen Filmfestspiele von Cannes ein Wunder der kulturellen Annäherung gelungen: Ein Chinese, der einen Film mit Amerikanern und Briten über die USA dreht und ihn in Frankreich uraufführt - chapeau!"

17. Mai 2007 | Kritik • Frankfurter Allgemeine Zeitung

Deutlich hat Verena Lueken die Geste der Verehrung fürs amerikanische Kino wahrgenommen. Dass der Regisseur "deshalb einen ganz anderen Film gedreht hätte, als wir bisher von ihm kennen, kann man allerdings nicht sagen. Auch in Amerika schafft er Bilder in denen Menschen und Gegenstände zu abstrakten Farbkompositionen verschwimmen, auch in Amerika erzeugt er durch verschiedene Aufnahmegeschwindigkeiten einen traumähnlichen Rhythmus, auch hier zieht er uns in eine überwältigende Melancholie, unterstützt von einem elaborierten Soundtrack ... [aber] die rauschhafte Erfahrung, die mit seinen anderen Filmen möglich war, stellt sich nicht ein, eher ein Gefühl der Banalität. Die Liebe zu Wong Kar-Wai wurde ein wenig enttäuscht."

17. Mai 2007 | Kritik • Der Stern

Bernd Teichmann ist etwas enttäuscht. "Die Reaktionen des Premieren-Publikums fielen eher verhalten aus. Nicht zu Unrecht. Wie immer von visueller Finesse, Dialog-Armut und melancholischer Eleganz durchwirkt, lässt die Meditation über Liebe, Verlust und Einsamkeit die Sogwirkung früherer Wong-Filme vermissen."

17. Mai 2007 | Kritik • Focus

Harald Pauli hat den Film freundlich, aber nicht euphorisch aufgenommen. "Er hat etwas von Fototapeten für Cineasten: wunderbar kitschige Bilder, die ganz in Wongs Manier angehalten oder beschleunigt werden, als Erinnerungsfetzen vorbeiwischen oder durch Schärfen-Spielchen zu abstrakten Farbflächen zerfließen. Das ist alles grandios montiert, mit rührender Musik unterlegt und meist überwältigend schön anzuschauen. ... Es ist nur ein bisschen wie dem Fastfood, dass es im Film und auf der Party gab: Man ist schnell satt, hat aber bald wieder Hunger."

Aktueller Stand der Datenbank:
15604 Filme,
15341 Bücher & Artikel,
801 Biographien,
52 Themen & Listen
all: 0.24867